Blutige Spuren

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Kriminalroman von Jörg Liemann

Ein Fall für den Berliner Kommissar Kai Sternenberg   (Fall Nr. 2)

Ein Serienmörder macht Jagd auf scheinbar harmlose Spaziergänger im Grunewald.

Ein brutaler Serienmörder sticht wahllos Spaziergänger im Berliner Grunewald ab. Kommissar Kai Sternenberg ist ratlos, denn das Waldgebiet ist riesig und die Spuren des Mörders verlieren sich im Nichts. Bis Sternenberg und seine Kollegen die Opfer näher unter die Lupe nehmen. Außer auf allerhand Merkwürdigkeiten stoßen sie auch auf einige verräterische Gemeinsamkeiten. Und kommen damit nach und nach einer Verbrecherbande auf die Schliche, die auch vor prominenten Opfern nicht Halt macht …

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  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag, März 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442474701
  • ISBN-13: 978-3442474707

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Die beiden ersten Fälle Sternenbergs sind 2018 in einer Neuauflage als eBook erschienen: Neuer Titel des zweiten Falls ist Sternenberg und die Toten im Wald. Siehe Startseite. Bestellbar ist der am 30. Juni 2018 erschienene Band hier: Thalia.

Die Serie ist auf zunächst sechs Fälle konzipiert.

 

Trailer zum Buch:

 

Jörg Liemann in der Rubrik „Die Story hinter dem Buch“ auf der Website von Claudias Bücherregal (Auszüge):

Das Ungewöhnlichste an „Blutige Spuren“ ist wohl, dass der Protagonist nicht nur Kommissar ist, sondern auch Telefonseelsorger. Ich wollte mit dem Klischee brechen, Kripo-Beamte hätten keine Hobbys … Warum soll ein Polizist nicht in seiner Freizeit ehrenamtlich arbeiten? Aber genau genommen wollte ich zunächst gar keinen Krimi schreiben. …

Die Serie um meinen Hauptkommissar Kai Sternenberg fällt in das Genre des Berlin-Krimis. Hinzu kommt aber die spezielle Perspektive: Wir erleben nicht nur die eine Schattenwelt der Großstadt-Kriminalität, sondern noch eine andere, meist ebenfalls dunkle Seite Berlins, nämlich die der Einsamkeit, der Anonymität, des Nicht-Mehr-Weiter-Wissens eines Menschen. …

Ich kenne keinen anderen Autor, der Romane über Telefonseelsorge aus eigener Erfahrung schreibt. Neben dieser Nähe ist aber auch Distanz wichtig: Für mich war es gut, viele Jahre vergehen zu lassen zwischen meinen Telefondiensten und dem Schreiben.

„Blutige Spuren“ ist der zweite Fall des Kommissars Kai Sternenberg. Der erste Band ist „Flammenopfer“, erschienen 2011 im Goldmann-Verlag. Die Romane stehen jeweils für sich, aber natürlich entwickeln sich die Charaktere von Buch zu Buch. Deshalb würde ich immer empfehlen, beim Lesen die Reihenfolge einzuhalten. …

Die renommierte Agentur von Gudrun Hebel und Susan Bindermann war bereit, mich und Kai Sternenberg zu vertreten, Susan Bindermann wurde meine Agentin. Für mich war das ein faszinierendes erstes Treffen mit Susan, denn da war eine mir bis dahin fremde Frau, die über meine Romanfiguren sprach, als seien sie real.

Mehrere Verlage waren interessiert, Goldmann preschte vor. Barbara Heinzius, die damalige Lektorin, war ein bekennender Sternenberg-Fan. Wir haben dann das erste Manuskript kaum verändert, auch nicht in der sehr anregenden Redaktionsarbeit mit Martina Czekalla. …

Kai Sternenberg als Teamleiter steht im Mittelpunkt, das ist klar. Er hat eine Reihe menschlicher Schwächen … Andererseits muss er ein zumindest so vernünftiger und kompetenter Mensch sein, dass wir ihm sowohl seine Polizei-, als auch seine Telefonarbeit abnehmen. So ein Vernunftmensch könnte langweilig werden, deshalb ist er umrahmt von einem kontrastreichen Team. Mir schwebte mal eine Story vor, in der zwei extrem unterschiedliche Ermittler kooperieren: ein alter, leiser, weiser Beamter und ein junger Draufgänger, der sich an keine Regel hält. Diese beiden Charaktere lassen sich teilweise in Wolfgang Lichtenberg, dem ständig rauchenden Brummelkopf und in Tarek wiederfinden, einem etwas aggressiven, anfangs noch unsicheren Kommissar. …

In „Blutige Spuren“ geht es unter anderem um Morde an Spaziergängern im Grunewald. Sie werden scheinbar grundlos erstochen. Es sieht nach einem Amokläufer aus. Ein Begriff, der für mich beim Konzipieren und Schreiben des Romans im Mittelpunkt stand, war ‚Identität‘. Wer möchte, kann dieses Thema mehrfach in der Geschichte angeschnitten finden. Aber keine Sorge, es ist keine intellektuelle Sache, die man wirklich so lesen muss. Es ist mir nur bei aller Spannung und Charakterzeichnung wichtig, dass man bei einem solchen Kriminalroman auch etwas tiefer graben kann, wenn man das möchte – sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Viele Bücher kranken für mich daran, dass die Autoren ihre Leserschaft anscheinend oder tatsächlich für denkfaul oder genügsam halten.

Ich komme noch einmal kurz auf die Telefonseelsorge zu sprechen. Es gibt hier Einblicke, wie Menschen sich am Telefon verhalten könnten. Mir war aber wichtig, dass das nie ein Übergewicht in der Geschichte bekommt und dass es nicht aufdringlich nach einem Psychologie-Seminar klingt. Ein wichtiges Spannungs-Prinzip ist, beim Lesen nicht wissen zu können, ob Kai Sternenberg hier gerade nur ein „normales“ Krisengespräch führt, oder ob es etwas mit dem Fall zu tun haben könnte. Vielleicht inspiriert ihn ein Anruf bei der Fall-Lösung, vielleicht verschmelzen aber diese beiden Welten auch einmal auf unheimliche Weise. …

Seltsam ist ein Phänomen, das Kai Sternenberg betrifft: Ich sehe ihn nicht scharf gezeichnet vor mir. Und das, obwohl ich eigentlich stark visuell vorgehe, schon weil die meisten von uns neben Büchern auch von Filmen und vom Fernsehen geprägt sind. Ich habe also jeden Ort und jede Situation genau vor dem geistigen Auge. Aber ausgerechnet bei Sternenberg – und anderen wichtigen Charakteren wie etwa Isabel – sehe ich unscharf.

Das ist beabsichtigt. Ich habe mich von Anfang an geweigert, die wichtigen Figuren hinsichtlich ihres Aussehens genau festzulegen. Auf diese Weise möchte ich den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, ihre eigenen Bilder, die sie sich von einer Figur machen wollen, freier zu entwickeln. Ich weiß, dass Sternenberg sportlich ist, ich weiß, wie er spricht und denkt und vermittle das auch. Aber von seiner Haar- oder Augenfarbe habe ich keinen Schimmer. …

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